Trauer unter besonderen Bedingungen

2. Sommerakademie für Trauerbegleitung des TID e.V.
16.-18.09.06 in Rheine


Einhundertzwanzig Trauerbegleiter aus dem In- und Ausland trafen sich vom 16.-18.09 in Rheine zur 2.Sommerakademie für Trauerbegleitung. Drei Tage lang beschäftigten sie sich in Vorträgen und Workshops mit „Trauer unter besonderen Bedingungen“.

Die dreitägige Veranstaltung ermöglichte fachlichen Austausch, Wissenserwerb und den Kontakt zu KollegInnen im wachsenden Aufgabenbereich der Trauerbegleitung.

Die drei Tage der Sommerakademie hatten jeweils ein Schwerpunktthema, das in Fachvorträgen, Arbeitsgruppen und einer Podiumsdiskussion bearbeitet wurde. Die Themenschwerpunkte waren:

Trauer bei Kindern und Jugendlichen

Trauer im Alter

Trauer und Trauma

Fachleute aus dem deutsch- und englischsprachigen Ausland ermöglichten einen Blick über die Grenzen des eigenen Arbeitsgebiets und machen mit aktuellen Forschungsergebnissen, Methoden und Arbeitsschwerpunkten bekannt.

1. Tag: Kindertrauer

Ursula Fülbier und Franziska Rödeberg vom Bonner Projekt „Trau dich trauern“ stellten verschiedene Trauergruppen für Kinder und Jugendliche vor ((Hörbeispiel)). Der Londoner Traumatherapeut David Trickey hielt einen vielbeachteten Vortrag über traumatisierte Kinder nach dem Mord an einem Elternteil. Anschaulich schilderte er die Auswirkungen einer Traumatisierung auf die kindliche Verarbeitung des Verlusts und zeigt Wege der Unterstützung auf ((Hörbeispiel)). In den Nachmittagsworkshops wurden unter anderem das Projekt „Hospiz macht Schule“ der BSAG Hospiz und die betreute Internetplatform für trauernde Jugendliche www.allesistanders“ aus Freiburg vorgestellt.

2.Tag: Trauer und Alter

Die Verwirklichung des Hospizgedankens in der ambulanten und stationären Altenhilfe stand im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Katharina Heimerl aus Wien. Die Dimensionen des Trauerns bei einer dementiellen Veränderung zeigte Barbara Klee-Reiter eindrucksvoll. Download Vortrag

In den Nachmittagsworkshops wurden diese Themen vertieft, und ihre Bedeutung vor allem für stationäre Einrichtungen dikutiert.

3. Tag: Trauer und Trauma

Prof. Hartmut Radebold aus Kassel thematisierte in seinem berührenden Vortrag die Grenzen zwischen Traumatisierung und  Trauerprozessen bei „Kindheiten im zweiten Weltkrieg“. Chris Paul, die Vorsitzende des TID wagte eine vorläufige Standortbestimmung der „Grenzen und Schnittmengen“ zwischen der Behandlung von Traumatischen Störungen und Trauerprozessen.

Am Nachmittag wurden verschiedene Methoden der Traumatherapie vorgestellt und die Themen des Vormittags vertieft.

Ein Abendprogramm mit kulturellen Beiträgen zum Thema Trauer und Trauerbegleitung, hier vor allem das Einpersonen-Stück der Clownin Aphrodite „Für immer und immer und immer“, Büchertische, Infostände rundeten die Sommerakademie ab.