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"Richtig" trauern - Geht das?
"(...) Geht es denn um das „richtige Trauern"? „Nein", betont Chris Paul, „Es gibt kein ,richtiges' Trauern, nur das jedem Einzelnen individuell angemessene. Uns geht es darum, eine Haltung zu vermitteln,die dieses Trauern zulässt und die dem Trauernden hilft, neue Lebensperspektiven zu entwickeln." Offensichtlich ein Vorhaben, das gelingt, denn die Fortbildungen des TID sind regelmäßig ausgebucht, ebenso die eigentliche Ausbildung zum Trauerbegleiter, der zweijährige Kurs „Trauer erwärmen". „Eine große Nachfrage kommt zum Beispiel aus der Hospizbewegung", berichtet Chris Paul, „aber auch von Lehrern, Erziehern und von allen therapeutischen Berufsgruppen, die zwangsläufig auf Trauernde treffen und darauf besser vorbereitet sein wollen." Erstmals bot das TID in diesem Jahr auch einen Kurs für Bestatter an: zum trauerorientierten Umgang mit Hinterbliebenen im Beratungsgespräch und bei der Durchführung von Bestattungen. - Die Nachfrage war so groß, dass der Kurs im Herbst wiederholt wird."
Manuela Wetzel, Alexianer, Das Magazin der Alexianer-Brüdergemeinschaft, September 2003, S. 8
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Neue Brücken bauen
"(...) Um aber eine gute und nachhaltige Arbeit zu gewährleisten, müssten Trauerarbeiter besser ausgebildet werden, offen für Weiterbildungen sein und sich einer regelmäßigen Supervision unterziehen. Darin waren sich die Kongressteilnehmer im Kardinal-Schulte Haus einig. Es gäbe viele Tode und genauso viele Arten der Trauer, so Chris Paul. „Alte Leute trauern anders als Kinder oder Angehörige, die jemanden durch Suizid verloren haben." Deshalb seien bestimmte Standards in der Trauerbegleitung unerlässlich. Gefragt seien „Beratungsqualitäten, Fähigkeiten in der Gesprächsfüh-rung und Verweisungskompetenz". Ein Berater müsse zum einen gut zuhören und sich zum anderen abgrenzen können. „Gefragt ist auch ein fundiertes Wissen über Trauerverläufe." Das allerdings setzt eine lebendige Forschung voraus und die sei in Deutschland nicht vorhanden. Während sich an Universitäten in den Niederlanden und anderen europäischen Staaten Trauer als For-schungszweig etabliert hat, stehe man in Deutschland erst am Anfang. Für Chris Paul ist es wichtig, vor allem auf dem Gebiet der empirischen Sozialforschung mehr Theorien zu erarbeiten. „Im Moment führt die Trauerbegleitung ein Nischendasein. Wir haben nichts in der Hand, um bestimmte Trauerprozesse wissenschaftlich zu erklären."
Claudia Friedrich, Kölner Stadt-Anzeiger - Nr. 163 - Mittwoch, 17. Juli 2002 – 11
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